Historisches

Wappen von Holzhausen
   
     
     
Ab dem 12. Jahrhundert aus mehreren kleinen Siedlungen entstanden, entwickelte sich Holzhausen zu einem attraktiven Dorf mit zeitweise mehr als 7000 Einwohnern.

Auf der heutigen Holzhausener Flur existierten im 13./14. Jahrhundert die Dörfer Holzhausen, Zuckelhausen, Liprandisdorf und Kolmen unter der Herrschaft mehrerer Feudalherren. Ende des 14. Jahrhunderts gingen sie in den Besitz des Thomasklosters über. Liprandisdorf und Kolmen wurden wohl aus wirtschaftlichen Gründen frühzeitig zu wüsten Marken.

Die Gründung Holzhausens erfolgte zwischen 1150 und 1200, eine schriftliche Ersterwähnung stammt von 1289. Der Ort ist entstanden im Zuge der feudalen Ostexpansion, wurde durch Flamen vom Niederrhein gegründet und als „Siedlung am Wald“ bezeichnet. Sein unmittelbarer Nachbar war das um etwa 100 ältere Zuckelhausen, dessen alter Name „Zschukolosa“ auf eine ursprünglich sorbische Siedlung hindeutet.

Holzhausen und Zuckelhausen weisen zwei grundverschiedene Dorfkerne auf. Holzhausen wurde als Straßenangerdorf, Zuckelhausen als Rundangerdorf angelegt. Die unmittelbare Nähe dieser unterschiedlichen Dorfformen stellt eine Seltenheit in ganz Deutschland dar.

Nach der Säkularisierung der Klöster im Zuge der Reformation fiel der Besitz an den Landesherren. Herzog Moritz schenkte 1544 Holzhausen, Zuckelhausen und drei weitere Dörfer der Leipziger Universität. Bis 1844 übte diese die Gerichtsbarkeit aus und empfing Naturalleistungen und Frondienste.

Während der Völkerschlacht bei Leipzig (1813) hatten beide Dörfer viele Menschenopfer und große Zerstörung zu beklagen. Nach 1870 setzte eine rasche Bevölkerungszunahme in Holzhausen und Zuckelhausen ein. Die Inbetriebnahme der Bahnstrecke Leipzig-Geithain 1887 förderte die Ansiedlung von Gewerbe, vor allem zahlreicher Gärtnereien.

1934 erfolgte die seit den 20-er Jahren angestrebte Vereinigung von Holzhausen und Zuckelhausen. Als gemeinsamer Name wurde Holzhausen gewählt. Das Entstehen vieler attraktiver Siedlungen in den 30-er Jahren führte zu einer weiteren Erhöhung der Einwohnerzahl, zeitweise über 7000. Die territoriale Ausdehnung von Holzhausen mit 12,8 km2 ist beträchtlich.

Seit 2000 ist Holzhausen in die Stadt Leipzig eingegliedert, obwohl die Bürger bei einem Bürgerentscheid mit 84% gegen die Eingemeindung votiert hatten. Am 1.1.2002 betrug die Einwohnerzahl des Ortsteiles Holzhausen 6397.