Holzhausen, an der alten Post- und Heerstraße von Leipzig über Naunhof und Grimme nach Dresden gelegen, erhielt erst im Jahre 1890 eine Postagentur.
Erster Postagent war der Gastwirt Emil Altner, später Bürgermeister von Holzhausen. Der Zustellbezirk erstreckte sich auch auf den Ort Zuckelhausen, später nach Holzhausen eingemeindet.
Früher erfolgte die postalische Versorgung durch Botenpost und ab 1849 durch die Königliche Sächsische Postexpedition Liebertwolkwitz. Die Eröffnung der Bahnstrecke Paunsdorf- Geithain 1887 machte die Überbleibsel der Postkutschenzeit überflüssig.
Aufsehen unter den Philatelisten erwarb sich das Postamt Holzhausen 1945 durch den unerlaubten Verkauf von Aufdruckbriefmarken der Oberpostdirektion Leipzig und durch die Herstellung von „Postmeistertrennungen“ der ersten legalen Briefmarke Westsachsens. Erst 1946 und 1947 wurde die OPD Leipzig auf diese Vorgänge aufmerksam und leitete Untersuchungen ein. Einzig die Ereignisse der Währungsreform 1948 um die Herstellung der Bezirksstempelaufdruckmarken geben dem Postamt Gelegenheit, legal "eigene" Briefmarken herzustellen.
Nach Privatisierung der Post in den 90er Jahren schloss die Deutsche Post AG das Postamt und übertrug die Postgeschäfte einer Postagentur in einem EDEKA Markt.
Über einige der örtlichen Geschehnisse soll im Vortrag berichtet werden.
Dr. Martin